IMPULSE
Auch Kinder brauchen Ferien
Von Nina Zomaia · Zertifizierter Kinder-, Jugend- und Familiencoach
Ferien. Endlich ausschlafen, morgens nicht hetzen und nicht schon beim Frühstück auf die Uhr schauen.
Und trotzdem passiert schnell genau das Nächste: Wir überlegen, was wir mit den Kindern machen könnten. Ausflug, Verabredung, Ferienprogramm, Kino.
Dabei brauchen Kinder nach vielen Wochen Schule oder Kindergarten manchmal erst einmal etwas ganz anderes:
Pause.
Denn auch Kinder müssen ihren Akku aufladen.
Ein Schultag kostet Kraft
Kinder lernen nicht nur Mathe, Lesen oder Schreiben.
Sie müssen zuhören, sich konzentrieren, Regeln einhalten, warten, Rücksicht nehmen, Konflikte lösen und mit ganz schön vielen Eindrücken klarkommen.
Gerade sensible Kinder nehmen oft noch viel mehr wahr. Die Lautstärke im Klassenzimmer. Die Stimmung anderer Kinder. Ein kratzendes Shirt. Streit in der Pause. Erwartungen.
Und viele Kinder funktionieren dort erstaunlich gut.
Bis sie nach Hause kommen.
Dann reicht plötzlich die falsche Tasse oder ein Geschwisterkind, das im falschen Moment etwas sagt, und alles fliegt einem um die Ohren.
Nicht unbedingt, weil diese eine Sache so schlimm ist.
Sondern weil der Akku längst leer ist.
Ferien dürfen langsam anfangen
Nur weil Ferien sind, schaltet ein Kind nicht automatisch von heute auf morgen auf Entspannung.
Manche Kinder sind die ersten Tage sogar besonders müde, anhänglich oder gereizt.
Sie müssen erst einmal runterkommen.
Deshalb muss nicht direkt am ersten Ferientag das nächste Highlight warten.
Vielleicht reicht es auch, lange im Schlafanzug herumzulungern, das Kinderzimmer wieder richtig zu bespielen oder irgendwann zu sagen: „Mir ist langweilig.“
Denn auch Langeweile darf sein.
Oft entstehen genau dann die schönsten Dinge
Wenn wir nicht jede freie Minute füllen, entsteht oft ganz von selbst etwas.
Bei uns war es zum Beispiel die Idee für ein langes Kleid, vom Entwurf über die Skizze und das Nähen bis zur Anprobe. Oder das Katzenhaus wurde kurzerhand zum Puppenhaus.
Nichts davon war groß geplant. Und genau das mag ich daran.
Kinder haben Zeit, sich in etwas zu verlieren, einer eigenen Idee nachzugehen und einfach zu machen.
Ferien dürfen auch einfach nach Kindheit aussehen.
Weniger Programm heißt nicht kein Programm
Natürlich dürfen Ferien auch mit besonderen Ausflügen und Playdates gespickt sein.
Es geht nur nicht darum, jeden freien Tag zu füllen.
Vielleicht dürfen wir uns zwischendurch einfach fragen:
Braucht mein Kind heute wirklich noch Programm oder gerade einfach Zeit?
Zeit für sich.
Zeit zum Kindsein.
Denn auch Kinder müssen ihren Akku aufladen.
Und manchmal ist ein Ferientag, an dem scheinbar gar nicht viel passiert, genau das, was sie brauchen.
Du wünschst dir Unterstützung?
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind im Alltag oft erschöpft, überfordert oder schnell gereizt ist, schauen wir gemeinsam darauf, was dahinterstecken könnte und was euch im Familienalltag entlasten kann.
In einem kostenlosen Kennenlerngespräch finden wir heraus, ob mein Elterncoaching für dich hilfreich sein kann.
